Literatur

Auf ein Wort

 Ich bitte euch, wenn ihr die Texte kopiert, auch den Namen des Autors zu übernehmen. Ansonsten könnte das unangenehme Folgen haben.

Auf ein Wort 

Ein kleines ängstliches Seelchen hat das Wort. Es weis aber nicht, was es damit anfangen soll. Worte existierten noch nie des Selbstzweckes wegen. Welche ist denn die größte Qual des Menschen? Wenn er sie mit niemandem teilen kann. Worte helfen dabei, wenn sie die Hoffnung erwecken, erhört zu werden. Das denkt sich auch das kleine Seelchen, und so spricht es einfach drauf los. "Ich bin so einsam", brichts aus ihm heraus. "Die Dunkelheit, die Stille.. mir ist kalt, ich habe Hunger, Durst. Jede Nacht schlaf ich alleine ein, jeden morgen wach ich alleine auf, allgegenwertig das endlose Nichts. Ohne zu wissen, wie ich hierher komme, ob und wann ich hier wieder verschwinden werde, friste ich mein Dasein allein mit mir selbst und dem Nichts." Auf eine Antwort wartend, aber nicht erwartend, schweigt es wieder. Es scheint nun noch dunkler und stiller geworden zu sein.

(Die Lichtquelle) plan

22.1.07 19:18, kommentieren

Todeskuss

 Ich bitte euch, wenn ihr die Texte kopiert, auch den Namen des Autors zu übernehmen. Ansonsten könnte das unangenehme Folgen haben.

 Todeskuss

Deine Haut wie Alabaster
Du liegst so still
Dein Bett ein Altar
Bedeckt mit blutroter Seide
Deine Augen blicklos
Nehmen mich nicht wahr
Deine Lippen so bleich
Erwidern nicht meinen Kuss
Dein Gesicht wie aus Marmor
Reglos, glatt und kalt
An Deiner Seite
Erwarte ich den Sonnenuntergang
Und Deinen Todeskuss

Satine (von vampir-club.de)

1 Kommentar 7.1.07 14:36, kommentieren

Kleid aus Rosen

Ich bitte euch, wenn ihr die Texte kopiert, auch den Namen des Autors zu übernehmen. Ansonsten könnte das unangenehme Folgen haben.

Rosenlied 

Meister, Meister gebt mir Rosen
Rosen auf mein weißes Kleid
Stecht die Blumen in den bloßen
Unberührten Mädchenleib

Ein gutes Mädchen lief einst fort
Verließ der Kindheit schönen Ort
Verließ die Eltern und sogar
den Mann dem sie versprochen war
Vor einem Haus da blieb sie stehen
darinnen war ein Mann zusehen
Der Bilder stach in nackte haut
da rief das gute Mädchen laut

Meister, Meister gebt mir Rosen
Rosen auf mein weißes Kleid
Stecht die Blumen in den bloßen
Unberührten Mädchenleib

Diese Rosen kosten Blut
Sprach der Meister sanft und gut
Enden früh dein junges Leben
Will dir lieber keine geben
Doch das Mädchen war vernarrt
Hat auf Knien ausgeharrt
Bis er nicht mehr widerstand
Und die Nadel nahm zur Hand

Meister, Meister gebt mir Rosen
Rosen auf mein weißes Kleid
Stecht die Blumen in den bloßen
Unberührten Mädchenleib

Und aus seinen tiefen Stichen
Wuchsen Blätter wuchsen Blüten
Wuchsen unbekannte schmerzen
In dem jungen Mädchenherzen
Später hat man sie gesehen
Einsam an den Wassern stehen
Niemals hat man je erfahren
Welchen Preis der Meister nahm

Meister, Meister gebt mir Rosen
Rosen auf mein weißes Kleid
Stecht die Blumen in den bloßen
Unberührten Mädchenleib

Subway to sally

7.1.07 13:37, kommentieren

Das Rosenlied

Ich bitte euch, wenn ihr die Texte kopiert, auch den Namen des Autors zu übernehmen. Ansonsten könnte das unangenehme Folgen haben.

Rosenlied

Wir senkten die Wurzeln in Moos und Gestein,
Wir wiegten die Schultern im rosigen Schein,
Wir tranken die Sonne, den Thau und das Licht,
Wir prangten in Schönheit und wußten es nicht.

Der Lenz strich vorüber und küßte uns leis,
Der Tag ward so still und die Nächte so heiß,
Der Wind sprach von Liebe manch flüsterndes Wort,
Ein Schritt kam gegangen .. ein Arm trug uns fort.

Wer hält unser Leben in zitternder Hand?
Es duftet und rieselt ein weißes Gewand ...
Wir sehn eine Brust, die Sehnsucht erregt,
Wir hören ein Herz, das in Leidenschaft schlägt.

Von Liebe gebrochen, zu Liebe gebracht -
Wir grüssen dich, Schwester, in schweigender Nacht.
Der Tag, der zu holderem Blühen dich ruft,
Er schenkt unsre Schönheit verwelkt in die Gruft.

Anna Ritter (23. 2. 1865 - 31. 10. 1921)

6.1.07 17:35, kommentieren