Das Rosenlied

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Rosenlied

Wir senkten die Wurzeln in Moos und Gestein,
Wir wiegten die Schultern im rosigen Schein,
Wir tranken die Sonne, den Thau und das Licht,
Wir prangten in Schönheit und wußten es nicht.

Der Lenz strich vorüber und küßte uns leis,
Der Tag ward so still und die Nächte so heiß,
Der Wind sprach von Liebe manch flüsterndes Wort,
Ein Schritt kam gegangen .. ein Arm trug uns fort.

Wer hält unser Leben in zitternder Hand?
Es duftet und rieselt ein weißes Gewand ...
Wir sehn eine Brust, die Sehnsucht erregt,
Wir hören ein Herz, das in Leidenschaft schlägt.

Von Liebe gebrochen, zu Liebe gebracht -
Wir grüssen dich, Schwester, in schweigender Nacht.
Der Tag, der zu holderem Blühen dich ruft,
Er schenkt unsre Schönheit verwelkt in die Gruft.

Anna Ritter (23. 2. 1865 - 31. 10. 1921)

6.1.07 17:35

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